Selen in der Onkologie

Ich habe einen hoch interessanten Artikel der Zeitschrift „Der Onkologe“, dem offiziellen Organ der Deutschen Krebsgesellschaft, zum Thema Selen in der Onkologie gefunden.

In dem Artikel geht es um den Einsatz von Antioxidantien und Mikronährstoffen in der Onkologie mit neuen Erkenntnissen und einer Einschätzung inwiefern diese positive Effekte erzielen können.
Sehr häufig gibt es Bedenken bei dem Einsatz dieser zusätzlichen Supplemente, weil sie die Chemo oder Strahlentherapie beeinträchtigen könnten. Neueste Studien kommen jedoch zu dem Schluss, dass Antioxidantien wie Selen oder auch Mikronährstoffe wie Vitamin D zu verringerten Nebenwirkungen und damit einer kleineren Abbruchrate führen und die Lebensqualität der Patienten verbessern können.

Gerade bei Tumorerkrankungen weisen 30 – 90 % der Patienten eine Mangelernährung auf. Der Erfolg der Therapie und der Heilungsprozess hängen jedoch maßgeblich vom Ernährungsstatus des Patienten ab. Bei Krebspatienten ist unter anderem der Selenstatus vor Auftreten der Krankheit und auch im Krankheitsverlauf niedriger als bei gesunden Menschen. Die unzureichende Versorgung mit Antioxidantien führt zu oxidativem Stress. Weiterhin können im Zuge der Chemotherapie Nebenwirkungen (z.B. Beeinträchtigung der Immunkompetenz, Wundheilungsstörungen, Depressionen, Ebrechen, Diarrhö etc.) auftreten, weshalb auf eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen, die das Immunsystem stärken, geachtet werden soll. Zu diesen gehört bsp. Vitamin D und auch Selen.

Studien der letzten 2 Jahre:

2011 wurde die Cochrane-Analyse zur Krebsprävention publiziert.  Enthalten waren 49 Beobachtungsstudien und 6 randomisierte klinische Studien. In den Untersuchungen der Beobachtungsstudien konnte eine Reduktion der Krebsinzidenz und der Krebsmortalität gezeigt werden. In den randomisierten Studien zeigte sich mit Selenhefe bei Nichtmelanom-Hauttumoren und mit L-methionin bei Prostatakarzinom kein Effekt. Die Beurteilung der präventiven Selenwirkung, muss man jedoch kritisch sehen. Die Probanden waren aus USA, Kanada und Puerto-Rico. Gemäß der SELECT-Studie weiß man, dass diese Menschen einen recht hohen Selenstaus von 135-137, 6 Mikrogramm/l im Blutserum haben. Am Ende der Studie wurden sehr hohe Selenwerte mit 251- 253, 1 Mikrogramm/l im Serum gemessen. Ein Grund warum der Effekt ausblieb. Bei gesunden Deutschen liegt der Selenwert lediglich bei 100 Mikrogramm/l und bei Tumorpatienten nur bei 70 Mikrogramm/l.

Im Jahr 2008 wurden Ergebnisse einer Langzeitbeobachtung  von 13.788 US-Bürgern von Bleys et al veröffentlicht, dass der optimale Selenwert bei 110 bis 130 Mikrogramm/l liegt. Werte, die unterhalb aber auch oberhalb dieses Wertes liegen, können zu einer erhöhten Krebsmortalität führen. Zu hohe Selnwerte über 150 Mikrogramm/l haben außerdem vermutlich keinen Einfluss auf Krebsprävention. Ein Nebenergebnis der Studie mit Selenhefe zur Krebsprävention war im zweiten Ansatz, dass die Krebsinzidenz und Mortalität  nach Einnahme von 200 Mikrogramm Selen/Tag verringert wurde. Damit verbunden zeigte sich auch eine Reduktion der Prostatakarzinominzidenz mit den stärksten Wirkungen bei den am niedrigsten versorgten Männern.

Fazit:

Mit den vorliegenden Resultaten sollte weiterhin kritisch umgegangen werden. Es gibt jedoch vermehrt Hinweise darauf, dass ein gezielt höher dosierter Einsatz von Selen während der Chemo- und Strahlentherapie sinnvoll ist. Die Toxitität der Chemo- und Strahlentherapie konnte in einigen Studien ohne Wirksamkeitsverlust  verringert werden.

Daher würde ich folgende Empfehlung aussprechen:

Man muss vor einer zusätzlichen Seleneinnahme bei Gesunden als auch bei Tumorpatienten immer den Selenstatus messen. Bei einem Mangel empfiehlt es sich bis zum optimalen Selenspiegel im Serum von 100 – 130 Mikrogramm/l Selen einzunehmen.

 

Weitere Informationen zur Mikronährstoffmedizin gibt es außerdem hier:
http://www.mikronaehrstoff.de/

 

Selen und Diabetes

Ich möchte mal von den gängigen Wirkungen von Selen auf das Immunsystem, Schilddrüse etc. ein wenig weggehen und auf eine andere Krankheit zusprechen kommen:

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(Quelle: http://www.mouseevent-berlin.de/wp-content/uploads/2014/01/Diabetes.jpg)

Man versucht schon seit längerem herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Selen und Diabetes gibt. Dabei geht aus Tierexperimenten hervor, dass sowohl übermäßige Zufuhr von Selenproteinen als auch ein Mangel an Selen negative Effekte auf Diabetes haben könnte.

Die Ergebnisse bisheriger klinischer Studien sind teilweise unklar und schwer vergleichbar. In der Health Professionals Follow Up Study wurde der Selenstatus von Diabetespatienten und der von Gesunden untersucht. Das relative Diabetes Risiko war für die Personengruppe mit dem höchsten Selenstatus am geringsten.
Bei einer Auswertung der amerikanischen Gesundheitssurveys Nhanes III 1988-199 und Nhanes 2003-2004, fand man eine höhere Diabetesgefahr in den Gruppen mit dem höchsten Selenstatus, wobei hier unklare Beziehungen und kein klarer Trend vorlag.
Beide Studien waren nur Querschnittsstudien.

Daher nun zu einer Längsschnittsstudie, der Epidemiology of Vascular Ageing-Studie, die in einen Zeitraum von 9 Jahren den Selenspiegel und das Auftreten erhöhter Blutglucosewerte von 1.162 Personen betrachtete. Hier hatten Männer mit hohem Selenstatus Vorteile und waren besser vor Diabetes geschützt.

Eine Studie, die sehr stark in den Medien kursierte und anscheinend erhöhtes Diabetes Risiko aufgrund von Selen nachgewiesen hatte, war die SELECT-Studie. Der Anteil des nachgewiesenen Risikos war jedoch sehr gering und nicht signifikant. Die Studie hatte einige methodische Schwächen, jedoch führte sie zu einer extremen Verbreitung dieser Ergebnisse in der Öffentlichkeit.

Aus jetziger Sicht sind die Befunde der SELECT-Studie als wissenschaflich nicht nachgewiesen zu betrachten. Gegenteilige Ergebnisse lieferte der Studienansatz von Algotar. In diesem wurden über ein Zeitraum von 5 Jahren der Blutglucosespiegel bei zusätzlicher Seleneinnahme überprüft. Das Ergebnis zeigte, dass kein Anstieg der Blutglucosekonzentration zu vermerken war. Das heißt schlussendlich, dass Selen das Diabetes Risiko nicht erhöht, sondern sich im Gegenteil sogar positiv auswirken kann.

Bei Diabetes mellitus Typ 2, kommt es zu erhöhtem oxidativen Stress und der Selenstatus verschlechtert sich. Durch eine zusätzliche Selenzufuhr kann oxidativer Stress verringert werden. Oxidativer Stress ist ein Risikofaktor für Spätfolgen, die mit Diabetes einhergehen. Das Risiko kann durch Selen gesenkt werden.

Vitamin C zeitlich versetzt einnehmen

Eine kurze Info für zwischendurch:

Wie auch Selen, übernimmt Vitamin C einige wichtige Funktionen im Körper. Es ist wohl das bekannteste Vitamin und wird häufig eingenommen, wenn z.B. Erkältungen im Anflug sind.

Selen und Vitamin C sollte man jedoch nicht zeitgleich einnehmen. Vitamin C baut Natriumselenit so ab, dass es für den Körper nicht mehr verfügbar ist. Daher empfehle ich Vitamin C, im Falle einer Seleneinnahme, stets zeitlich versetzt einzunehmen.

 

Schilddrüsenerkrankung im Frühjahr

Passend zur aktuellen Jahreszeit ein kleiner Hinweis. Im Frühjahr muss sich das Immunsystem umstellen, weil es z.B. auf neue Infekte und Pollen reagiert. Die Schilddrüsenerkrankung ist eigentlich chronisch, tritt aber sehr häufig erst dann auf.

Bezüglich des Zusammenhangs zwischen Selen und der Schilddrüse und wie sich Selen positiv auf Personen mit Schilddrüsenerkrankungen auswirken kann, möchte ich nochmal auf meinen früheren Beitrag verweisen.

Damit seid ihr bestens fürs Frühjahr gewappnet.
http://www.wunderweib.de/media/redaktionell/wunderweib/bmo/klosterfrauallergie/mythengalerie/Pollenflug-Kimsonalfotolia.jpg
(http://www.wunderweib.de/media/redaktionell/wunderweib/bmo/klosterfrauallergie/mythengalerie/Pollenflug-Kimsonalfotolia.jpg

Den aktuellen Beitrag über Schilddrüsenerkrankungen im Frühjahr, könnt ihr euch zusätzlich hier anschauen. Der Artikel ist gerade vor 3 Tagen erschienen.
Prof. Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner, nimmt dabei ganz aktuell zu Selen und der Schilddrüse Stellung und bestätigt meinen Beitrag.

 

 

 

Ist Selen gefährlich?

Ich durchstöbere das Netz immer wieder gerne nach neuen Studien über Selen. Es ist schon verrückt, dass die Forschung keine Grenzen kennt und es stets neue Erkenntnisse gibt.

Dabei treffe ich auch des Öfteren auf Seiten, die Selen als gefährlich bzw. sogar als giftig bezeichnen. Ich möchte dazu mal Stellung nehmen:

Selenvergiftungen sind durchaus möglich. Sie werden im Übrigen auch Selenose genannt. Sie treten allerdings nur auf, wenn man das Spurenelement unkontrolliert und falsch zu sich nimmt. Sprich wenn es zu einer Überdosierung kommt. Das macht sich dann beispielweise durch knoblauchartigen Atemgeruch, Übelkeit, Müdigkeit oder Haarausfall bemerkbar. Nimmt man Selen ein und hat solche Nebeneffekte, sollte man die Dosierung reduzieren.

Bei längerfristiger Überdosierung, kann es auch zu Veränderung im Nagel- und Haarwachstum und zu Störungen des Nervensystems kommen. Hierbei ist Vorsicht geboten!
Der Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Essen, Prof. Herbert Rüppen, schätzt die Thematik so ein,“[…]dass das Spurenelement Selen, das der Körper in geringen Mengen benötigt, in höheren Dosierungen schadet.“

„Vitamine und Spurenelemente kann man analog zu Arzneimitteln betrachten, die nur in der richtigen Dosis von Nutzen sein können, in zu großer Menge aber auch zum Gift werden können.”, so Rüppen. (http://www.cleankids.de/2014/05/05/nahrungsergaenzungsmittel-neue-studie-zu-selen-und-vitamin-e-bestaetigt-krebsrisiko/46980)

Ich würde daher empfehlen die passende Dosierung stets mit einem Arzt abzustimmen und nicht auf eigene Faust ein Selenase-Präparat zu sich zu nehmen. Zumal es eine ziemliche Bandbreite an verscheidenen Präparaten gibt und es schwierig ist nicht den Überblick zu verlieren.

Kontrolliert man seinen Selenspiegel regelmäßig und nimmt nur die empfohlene Menge zu sich, ist man keiner Gefahr ausgesetzt.

 

 

Der Allrounder fürs Immunsystem

Medikamente sind oftmals mit hohen Kosten verbunden und viele Patienten bezweifeln ihre Wirkung. Wer kann es ihnen verdenken, wenn man von solch einer Medikamentflut erschlagen wird .

Passend zum Thema Selen und Zink, bin ich auf Thymvital gestoßen. Ein Nahrungsergänzungsmittel, das Selen und Zink kombiniert und eine hochdosierte Mischung Thymusextrakt enthält. Ein Rundumpaket für das Immunsystem!
Es generiert, stärkt und erhält Immunzellen.

Dabei habe ich vor allem an die Patienten gedacht. Thymvital kann man zum Test kostenlos als Warenmuster bestellen und sich einen eigenen Eindruck machen – eine nette Sache!

Kostenloses Warenmuster

http://thymvital.de/

Ein ausgezeichneter Partner für Selen

Ich bin bereits auf die Wirkung von Selen bei Krebs zu sprechen gekommen. Daneben gibt es ein Spurenelement, das ein weiterer Hoffnungsträger gegen Krebs ist – Zink.

Zink ist an der Produktion und Teilung von Zellen beteiligt und ist damit für die Onkologie interessant. Es unterbindet die Zunahme von Tumoren und die Bildung von Metastasen. Eine Erhöhung des Zinkspiegels ist sinnvoll, da bei vielen Krebsarten die Zinkkonzentration sehr niedrig ist.

Genaueres kann gerne in der Studie zu diesem Thema nachgelesen werden.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3291177

Zink hat noch viele weitere interessante Eigenschaften. Es arbeitet mit Selen quasi Hand in Hand. Die beiden Spurenelemente ergänzen sich.