Selenspiegel messen!

In vielen meiner Beiträge weise ich immer wieder darauf hin, dass es wichtig ist seinen Selenspiegel zu messen und sich nicht nach eigenem Ermessen an Selenpräparaten zu bedienen.
Zum einen ist es ratsam nur bei einem Selenmangel zusätzlich Selen zu sich zu nehmen. Zum anderen erstatten die Krankenkassen die Kosten, wenn ein Selenmangel vorliegt.

Wie messe ich meinen Selenspiegel?

Der Selengehalt von Haaren und Nägeln eignet sich nicht, um eine zuverlässige Aussage über den Selenspiegel zu treffen.

Generell gilt, dass der Selenspiegel im Blut gemessen werden muss. Dabei liefert eine Messung im Vollblut bessere Ergebnisse als eine Messung im Serum. Die genaue Bezeichnung der Messmethode heißt: Atomabsorptionsspektroskopie

Welcher Wert ist optimal?

Der in Deutschland geltende Referenzbereich für die Selenkonzentration wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) festgelegt. Dieser liegt im Vollblut bei 100–140 µg/l (entspricht ca. 80–120 µg/l im Serum). Ein Mangelzustand liegt demnach bei Werten unter 100 µg/l im Vollblut vor.

Wann werden die Kosten erstattet?

Um die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente mit Selen erstattet zu bekommen, muss ein nachgewiesener Selenmangel vorliegen. Die Kosten für die vorherige Bestimmung des Selenspiegels werden von den Krankenkassen meisten nicht übernommen. Weiterhin sind nur rezeptpflichtige Arzeimittel erstattungsfähig. Nahrungsergänzungsmittel müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

 

Organisch vs. Anorganisch

In vielen meiner Beiträge bin ich schon auf Natriumselenit zu sprechen gekommen. Das ist die empfohlene anorganische Form von Selen, die man zu sich nehmen soll. In dem Natriumselenit-Beitrag habe ich euch bereits einige Vorteile dieser Form vorgestellt.

Heute möchte ich konkret die anorganische Form mit der organischen vergleichen und die Unterschiede deutlich machen. Vor allem in den Medien wird fälschlicherweise in beiden Fällen stets von Selen gesprochen. Es ist jedoch ausschlaggebend von welcher Form dabei die Rede ist.

Die organische Form heißt Selenomethionin, die beispielweise bei der Select-Studie verwendet wurde.

Nimmt man organisches Selen zu sich, verwechselt der Körper das aufgenommene Selenomethionin mit der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin und baut es willkürlich in Proteine ein. Das Selenmethionin kann sich daher im Körper ansammeln, sodass toxische Mengen entstehen können. Vor allem bei starken Überdosierungen besteht diese Gefahr.

Das anorganische Natriumselenit hingegen ist nicht an Aminosäuren gebunden und steht dem Körper unmittelbar zur Synthese von Selenoproteinen zur Verfügung.

Überschüssiges Natriumselenit wird in der Regel problemlos abgebaut und über die Atemwege oder die Niere ausgeschiede.

In der Grafik wird der Prozess nochmals schön veranschaulicht.

Aufgrund der direkten Synthese von Selenoproteinen, kann das Natriumselenit seine Wirkung unmittelbar entfalten.

Krebsprävention

Niedrige Selenspiegel und ein erhöhtes Risiko wurde schon seit den 70er Jahren beobachtet. Es stellte sich demnach die Frage, ob man durch einen Selenausgleich das Krebsrisiko reduzieren kann.

Eine weitere Studie, die sich mit Selen und Krebsvorbeugung beschäftigt, ist die Nutritional Prevention of Cancer (NPC). Die Studie war so angelegt, dass sie die Wirkung von Selen, bei einer Gabe von 200 Mikrogramm/Tag in Form von Selenhefe über 4,5 Jahre untersuchte. Die Studienteilnehmer hatten Hautkrebs und andere Krebsarten.

Für das Auftreten von Hautkrebs konnte kein Unterschied festgestellt werden. Die Selengruppe wies aber im Vergleich zur Placebo-Gruppe eine signifikant niedrigere Krebsinzidenz bei allen Lokalisationen auf. Insbesondere Prostatakrebs hat eine verringerte Hazard-Ratio. Das bedeutet, dass die Gruppe mit Selen ein geringeres Risiko hat in dem untersuchten Zeitraum an Krebs zu erkranken.

Einfluss von Selen auf das Krebsrisiko:

Lokalisation des Krebses Anzahl der Fälle (Selengruppe) Anzahl der Fälle (Placebogruppe) Hazard Ratio (95%-Konfidenzintervall) p-Wert
Alle Lokalisationen 105 137 0,75 (0,58–0,97) 0,03
Prostata 22 42 0,48 (0,28–0,80) 0,0005

 

 

 

 

 

 

 

Selen bei Radiotherapie

Nicht nur bei einer Chemotherapie, auch bei einer Radiotherapie hat Selen positiven Einfluss.
http://www.gva.be/ahimgpath/assets_img_gva/2011/05/13/1879326/antwerpse-ziekenhuizen-openen-nieuw-gebouw-voor-radiotherapie-id1750827-1000x800-n.jpg
Quelle: http://www.gva.be/antwerpen/antwerpse-ziekenhuizen-openen-nieuw-gebouw-voor-radiotherapie.aspx

Wie die Chemotherapie führt auch die Strahlentherapie zu einem Abfall des Selenspiegels.

Plasma-Selenkonzentration von Brustkrebspatientinnen vor und nach einer Strahlentherapie. Modifiziert nach Franca et. al.

Bei einem niedrigeren Selenspiegel ist der Körper schlechter vor oxidativem Stress geschützt. Eine Studie von Mücke et al. fand heraus, dass schwere Nebenwirkungen der Strahlentherapie durch Selen gesenkt werden können, da Selen zellschützende Wirkungen hat. Eine ausreichende Selenversorgung ist daher wichtig.

In der Studie hatten Patienten mit ausreichendem Selengehalt seltener Diarrhoe als Patienten ohne ausreichend Selen.

Auftreten von Diarrhoen CTC* Grad 2 und höher bei Patientinnen mit Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskarzinom während einer Radiotherapie. Modifiziert nach Mücke et. Al

Kein Wirksamkeitsverlust der Radiotherapie

Viele Ärzte sehen den komplementären Einsatz von Spurenelementen wie Selen kritisch aus Angst, dass die Primärtherapie an Wirkung verliert.
In einer Follow-Up-Phase von 12 Jahren beobachteten Mücke et al. jedoch, dass Selen die Therapie bezüglich des Gesamtüberlebens der Patienten nicht beeinträchtigte. Es lässt sich sogar eine leichte Tendenz zur Verbesserung des Gesamtüberlebens bei der Selengruppe erkennen

Gesamtüberleben von Patientinnen mit Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskarzinom mit und ohne Selensupplementierung während der Radiotherapie. Modifiziert nach Mücke

 

 

Schutz für gesunde Zellen, Gift für Tumorzellen

Bei Krebs ist die häufigste Bekämpfung der Erkrankung eine Chemotherapie. Diese ruft aufgrund ihrer agressiven Vorgehensweise gegen die Tumorzellen extreme Nebenwirkungen hervor, die die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen.

Selen kann die Nebenwirkungen reduzieren ohne dabei die Wirkung der Chemotherapie zu vermindern. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Selen sogar die Effektivität der Therapie steigern kann.

Selen macht Tumorzellen angreifbarer
Behandlung von Brustkrebs mit Antikörper Herceptin

Tumorzelle bei Brustkrebs (Quelle: http://pictures.doccheck.com/de/photos/54911/10450/sizes/m/)

Tumorzellen haben einen erhöhten Schutz vor oxidativem Stress und entwickeln häufig eine Resistenz gegenüber therapeutischen Maßnahmen. Woran liegt das?
An einer Substanz mit dem Namen Glutathion. Diese liegt bei Tumorzellen in einer stark erhöhten Konzentration vor. Selen hat eine zytotoxische Wirkung auf Tumorzellen, d.h. es ist in der Lage die Zellen zu schädigen. Dies hängt damit zusammen, dass Selen die Glutathion-Moleküle zu Selenodiglutathion bindet. Dabei entstehen schädliche Sauerstoffradikale innerhalb der Tumorzelle, während gleichzeitig das schützende Glutathion entzogen wird.

Mechanismus der zytotoxischen Wirkung von Selen in Tumorzellen

In gesunden Zellen können sich aufgrund der niedrigeren Glutathion-Konzentration keine zytotoxischen Mengen Selenodiglutathions ansammeln.

Diskussion um die Select-Studie

Die Select-Studie sorgte für große Verwirrung und wurde in den Medien extrem verbreitet. Gestartet wurde sie im Jahr 2001. 2009 wurde sie veröffentlicht. Ihre Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Selen das Risiko für Prostatakrebs nicht reduzieren kann. Vitamin E schien das Risiko für eine Erkrankung sogar zu erhöhen. Da mein Blog den Titel „Selen-heilt“ trägt und diese Studie auch meine Botschaft angreift, möchte ich euch meine Meinung zur Studie erläutern und auf einige Kritikpunkte aufmerksam machen.

Außerdem gab es im Februar diesen Jahres eine Nachauswertung, weshalb das Thema weiterhin aktuellen Wert hat.

Kritikpunkte

Die Studie wurde mit 35.543 Probanden durchgeführt, denen unabhängig von ihren Selenspiegeln Selen gegegeben wurde. Das heißt es fand keine vorherige Messung der Selenwerte statt. Die Werte lagen bereits vor Beginn der Studie über den Referenzwerten, auf die ich auch in einem anderen Beitrag bereits hingewiesen habe.
Als Selenpräparat kam außerdem nicht die anorganische Form, nämlich das Natriumselenit zum Einsatz, welches einige Vorteile aufweist. Fälschlicherweise wurde Selenomethionin verwendet. Dieses kann vom Körper nicht richtig aufgenommen werden und ist somit ungeeignet.

Nachträgliche Auswertung

Am 22. Februar 2014 wurde nun eine Nachauswertung beim Journal of the National Cancer Institute online veröffentlicht, die den Zusammenhang von Prostatakarzinomen bei SELECT-Probanden und dem Selengehalt in Zehennagelproben untersuchte. Generell fand sich keine Korrelation des Selengehalts mit dem Krebsrisiko. Nur in einigen A-posteriori-Auswertungen wurde eine Erhöhung des Risikos für ein Prostatakarzinom beschrieben – derartige Auswertungen entsprechen jedoch nicht den Guidelines der „Good Clinical Practice“ – das heißt international anerkannten Regeln zu klinischen Studien. Sie sind daher zurückhaltend zu bewerten.

Studie mit anderem Ergebnis

Am gleichen Tag wurde im Journal of the National Cancer Institute eine weitere Studie veröffentlicht, die zu einem anderen Ergebnis kam. Selen kann vor den negativen Folgen von Vitamin-E-Gaben schützen. Es wird außerdem darauf verwiesen, dass eine präventive Selengabe bei den SELECT-Probanden nicht sinnvoll war, da diese bereits stark erhöhte Selenspiegel hatten.

Persönliche Einschätzung

1.)Selen kann nur erfolgreich wirken, wenn es in der richtigen Form, nämlich Natriumselenit, eingenommen wird.

2.)Selen muss immer passend zum Selenspiegel bis hin zum Referenzwert subsituiert werden. Es darf nicht in beliebiger Dosis, ungeachtet ob ein Selenmangel herrscht oder nicht, eingenommen werden

=> Dann kann es als erfolgreiches Nahrungsergänzungsmittel für die Krebsbehandlung gesehen werden

Selen in der komplementären Therapie

http://www.krebsgesellschaft.de/portal/pics/themen/handschlag_arzt_patient_250.jpg

Quelle: http://www.krebsgesellschaft.de/portal/pics/themen/handschlag_arzt_patient_250.jpg

Lymphödeme sind sichtbare und tastbare Flüssigkeitsansammlungen. Die angesammelte Flüssigkeit kann nicht mehr ausreichend über die Lymphgefäße abtransportiert werden. Dies führt zu einem Rückstau, was ein chronisch-entzündliches Krankheitsbild zur Folge hat.

Was haben Lymphödeme mit Krebs zu tun?

Bei einer Chemo-und Strahlentherapie treten, wie schon öfters angesprochen, häufig starke Nebenwirkungen auf. Eine von ihnen sind Lymphödeme. Selen kann helfen die Entzündungen zu hemmen und die Lymphödeme zu beseitigen. Wird Selen begleitend zur Chemotherapie gegeben, spricht man auch von einer komplementären Therapie.

Lymphödeme treten beispielweise bei einer kombinierten Tumortherapie von Brust-Becken- sowie Kopf-Hals-Tumoren auf. Die Patienten sind dadurch stark beeinträchtigt. Durch die Einnahme von Selen-Präparaten können aufgrund der antioxidativen Wirkung die Entzündungsneigung und das Ödemvolumen reduziert werden. So konnten im Falle von Lymphödemen im Kopf- und Halsbereich mit einer Selendosis von 500 µg/Tag für 4–6 Wochen bei 75 % der Patienten die Symptome reduziert und bei laryngealen Ödemen in 65 % der Fälle die Notwendigkeit für einen chirurgischen Eingriff verhindert werden.

Brustkrebs – Selen reduziert Lymphödeme

Bei Brustkrebspatientinnen werden häufig Lymphödeme an den Armen beobachtet. Eine kontinuierliche Einnahme von Natriumselenit führte bei Patientinnen nach einer Mastektomie nicht nur zu einer Reduktion des Ödemvolumens, sondern verhinderte auch das Auftreten eines Erysipels, einer bakteriellen Infektion der oberen Hautschichten und Lymphwege.

Für die Therapie eines akuten Lymphödems empfiehlt sich eine Selengabe von

  • 2 x 1000 µg während der ersten 3 Therapietage
  • 1 x 500 µg ab dem 4. Tag bis zur klinischen Besserung

Für die Therapie eines chronischen Lymphödems empfiehlt sich

  • eine tägliche Gabe von 300 µg über 6 Wochen
  • ab der 7. Woche nach Therapiebeginn sollte eine Dosisanpassung abhängig vom Selenspiegel erfolgen

Vorher sollte aber in jedem Falle eine Messung des Selenspiegels erfolgen. Eine Seleneinnahme ist nur bei Selenmangel sinnvoll.

Häufiger Selenmangel bei Krebs

Das Thema Selen und Krebs ist ein breites Forschungsfeld.
Ich möchte meine nächsten fünf Beiträge nur auf dieses Thema beziehen und euch Stück für Stück verschiedene Erkenntnise näher bringen.

Mein erster Beitrag hat das Thema:

Häufiger Selenmangel bei Krebs

Zum Thema niedrige Selenspiegel bei Krebserkrankungen, möchte ich euch eine Studie aus dem Jahr 2011 vorstellen.

In der Studie wurden 430 Patienten mit verschiedenen Krebstumoren nach ihren Selenspiegeln untersucht.

Die Abbildung zeigt die durchschnittliche Selenkonzentration im Serum der Patienten bezogen auf die unterschiedlichen Tumorerkrankungen. Man sieht, dass die Selenspiegel erniedrigt sind.

Abbildung 1: Serum-Selenkonzentration von Patienten mit Mammakarzinom (n=80, nach [2]), Lungenkarzinom (n = 86, nach [3]), Larynxkarzinom (n = 87, nach [3]), Prostatakarzinom (n = 24, nach 4) und Leberkarzinom (n=62, nach [5]) im Vergleich zu der jeweiligen Kontrollgruppe (n = 250, 86, 87, 21 bzw. 120).

* Die Serumwerte für diese Indikation wurden aus den in der Studie erfassten Vollblutwerten errechnet.

Der auffälige Selenmangel bei Krebspatienten ist nicht nur eine Begleiterscheinung der Erkrankung. Aktuelle Studien zeigen, dass niedrige Selenspiegel häufig mit einem schlechteren Ausgang von Krebs assoziiert werden.

Eine Studie von Meyer et al. beispielweise beobachtete bei Patienten mit Nierenzellkarzinom einen erniedrigten Selenspiegel im Vergleich zur Kontrollgruppe. Zusätzlich gab es einen Zusammenhang zwischen der Schwere des Selenmangels und dem Gesamtüberleben der Patienten.

Abbildung 2: Kaplan-Meier-Analyse des Gesamtüberlebens von Patienten mit Nierenzellkarzinom (n=41) in Abhängigkeit der Serumkonzentration von Selenoprotein P (SePP; Biomarker für die Selenkonzentration). Modifiziert nach [6].

In Deutschland ist der empfohlene Selenwert 80-120 Mikrogramm/l im Serum (Vollblut: 100-140 Mikrogramm/l). Bei einem nachgewiesenen Mangel, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Weitere Einsatzgebiete

Selen ist ein erstaunlich vielfältiges Spurenelement. Die bekannten Bereiche, bei denen es zum Einsatz kommt, sind vor allem Schilddrüsenerkrankungen, Krebs, Sepsis und zur Stärkung des Immunsystems.

Heute möchte ich euch viele weitere kleinere Einsatzgebiete vorstellen, die nicht so bekannt sind. Bei denen Selen aber ebenfalls positive Wirkungen erzielen kann!

1.) rheumatische Erkrankungen

Bei rheumatischen Erkrankungen liegen bei den Patienten sehr häufig niedrige Selenspiegel vor. Eine Einnahme von Natriumselenit kann sich positiv auf die Entzündungen auswirken. Die Krankheitsaktivität wird durch Selen verringert, was den Entzündungsprozess hemmt und Schmerzen lindernd.

 

2.) Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zahlreiche Studien aus den letzten zwei Jahrzehnten zeigen ein erhöhtes Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei niedrigen Selenspiegeln. Die häufigste Ursache von kardiovaskulären Erkrankungen ist Arteriosklerose,  eine Verengung der Gefäße durch Ablagerungen an den Gefäßwänden. Das kann bis zum Herzinfarkt oder zum Schlaganfall führen. Eine Einnahme von Natriumselenit kann koronaren Herz- Erkrankungen entgegenwirken. Bei beginnender Arteriosklerose kann außerdem die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, gesenkt werden.

3.) Schwermetalle

Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei sind schädlich für den Körper und können gesundheitliche Belastungen nach sich ziehen. Eine ausreichende Selenversorgung kann den Körper vor den Einflüssen von Schwermetallen schützen. Selen kann die Schwermetalle unschädlich machen. Es verbindet sich mit ihnen und bildet schwerlösliche Komplexe, die nicht mehr reaktionsfähig sind. Quecksilber wird über den Urin durch ein selenabhängiges Eiweiß ausgeschieden. Dadurch steht Selen aber nicht mehr zur Verfügung, weshalb man stets auf eine ausreichende Versorgung achten soll.

4.) Entzündungen

Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Dabei sollen Giftstoffe aus dem Körper entfernt werden. Selen kann Entzündungen positiv beeinflussen, indem es die Zelle stabiler macht. Bei Entzündungen werden freie Radikale produziert gegen die Selen antioxidativ wirkt.

Eine konkrete Entzündungserkrankung, bei der Selen helfen kann, sind chronische Darmerkrankungen. Patienten, die z.B. unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, haben häufig einen niedrigen Selenstatus.

 

5.) Viren

Eine ausreichende Selenversorgung ist optimal geeignet, um Viren zu bekämpfen. Bei AIDS begünstigt ein Selenmangel das Ausbrechen der Erkrankung. Je besser der Körper mit Selen versorgt ist, umso länger dauert es bis die Erkrankung ausbricht. Das Virus dringt anscheinend erst in eine neue Körperzelle ein, wenn kein Selen mehr in der befallenen Körperzelle vorhanden ist.

Höhere Selenspiegel können dazu führen, dass sich die Krankheit nicht so schnell weiterentwickelt. Die Aktivität der Zellschutzsysteme ist höher.

 

6.) Im Alter

Oftmals sinkt der Selenspiegel mit zunehmendem Alter. Wenn die Ursache keine Erkrankung ist, liegt es meistens in einer geringeren bzw. einseitigen Ernährung.

Da Erkrankungen wie Krebs, Rheuma und Herz-Kreislauf Beschwerden im Alter zunehmen, ist eine ausreichende Selenversorgung wichtig.

 

7.) Schwangerschaft

Einige Studien weisen darauf hin, dass Frauen mit niedrigen Selenspiegeln anfälliger für Frühaborte, vorzeitigen Blasensprung und Frühgeburten sind. Diskutiert werden ebenfalls Zusammenhänge mit einem geringeren Geburtsgewicht und Schwangerschaftsdiabetes. Während der Schwangerschaft sind Mutter und Kind erhöhtem oxidativem Stress ausgesetzt. Eine ergänzende Seleneinnahme kann sich daher positiv auf die Frauen auswirken.

 

8.) Fortpflanzung

Selen ist entscheidend für die Fortpflanzung. Es trägt einen wichtigen Teil zur Spermienbildung und Zeugungsfähigkeit des Mannes bei.

Natriumselenit

Selen wird in präventiven und vor allem in therapeutischen Bereichen hauptsächlich in Form von Natriumselenit eingesetzt, sprich in anorganischer Form. Das hat einige Gründe, die ich euch heute kurz präsentieren möchte.

1.) Effektivität

Anorganisches Selen wird vom Körper sehr viel schneller und besser aufgenommen als organisches Selen. Woran liegt das?
Natriumselenit kann vom Körper direkt in spezifische Selenoproteine (z.B. Glutathionperoxidasen, Deiodasen) eingebaut werden. Organisches Selen wird dagegen als Aminosäure erkannt. Es kann nicht direkt in Selenoproteine eingebaut werden.

2.) Keine Anreicherung im Körper

Überschüssiges Natriumselenit kann vom Körper einfach ausgeschieden werden. Das ist ein großer Vorteil im Falle einer Überdosierung. Es besteht keine Gefahr, dass sich zu viel Selen im Körper ansammelt und eine toxische Wirkung erhält.

3.) Wisennschaftlich belegt

Natriumselenit wurden in verschiedensten Studien mit verschiedensten Erkrankungen bereits erfolgreich eingesetzt. Zum Beispiel bei Krebs, AIT, Sepsis und weiteren.

4.) Ohne unerwünschte Nebenwirkungen

Natriumselenit ist für den Körper sehr gut verträglich und es kommt zu keinen unerwünschten Nebenwirkungen.

5.) Hohe Dosierungsmöglichkeiten

Bei manchen Erkrankungen ist eine sehr hohe Dosierung von Nöten. Mit Natriumselenit ist dies möglich. Es kann beispielsweise bis zu 2.000 Mikrogramm hoch dosiert werden.