Selen Lexikon A-Z

Aflaxotine
Aflaxotine natürliche Gifte, die von Schimmelpilzen gebildet werden und zu den krebserzeugenden Substanzen zählen.

Antioxidantien
Antioxidantien schützen die Zellen vor freien Radikalen.

Euthyreose
Euthyreose bezeichnet eine normale Funktion der Schilddrüse mit einem positiven Nachweis von TPO-Antikörpern.

Freie Radikale
Freie Radikale sind sauerstoffhaltige Moleküle, die ein oder mehrere ungepaarte Elektronen besitzen und dadurch chemisch sehr reaktionsfreudig sind. Sie greifen Zellen an und machen sie funktionstüchtig. Die Ursache vieler Krankheiten sind free Radikale.

Haare
Selen trägt zum Erhalt normaler Haare bei.

Hashimoto-Thyreoiditis
Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet eine Schilddrüsenunterfunktion, bei der sich eventuell ein Kropf ausbilden kann.

Immunsystem
Selen fördert die Bekämpfung von Krankheitserregern im Körper. Es trägt außerdem zur Produktion neuer Abwehrzellen bei und stärkt Abwehrkräfte nachhaltig.

Keshan-Krankheit
Die Keshan-Krankheit ist die bekannteste Krankheit, die mit einem Selenmangel in Verbindung gebracht wird. Ein langfristiger massiver Selenmangel wie er z.B. in Teilen Chinas vorkommt führt zu der Keshan-Krankheit. Das ist eine seltene Erkrankung des Herzmuskels. Die Krankheit ist nach einem besonders selenarmen Landkreis in China (Kèshān) benannt.

Kostenerstattung
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nur verschreibungspflichtige Medikamente. Selenarzneimittel, die mehr als 50 Mikrogramm Selen enthalten, sind verschreibungspflichtig. Der Patient muss vor der Rezeptverordnung durch eine Blutuntersuchung nachweisen, dass sein Selenspiegel unterhalb des Referenzbereiches liegt.

Morbus Basedow
Morbus Basedow bezeichnet eine Schilddrüsenüberfunktion.

Nahrungsergänzungsmittel
Um gegen einen Selenmangel vorzugehen, sind Nahrungsergänzungsmittel sehr gut geeignet.

Natriumselenit
Natriumselenit ist die anorganische Form von Selen. Sie eignet sich am besten zur Einnahme, weil sie vom Körper besser aufgenommen und wieder problemlos ausgeschieden werden kann. Ein Nahrungsergänzungsmittel bzw. Arzneimittel sollte immer Natriumselenit enthalten.

Nägel
Selen trägt zum Erhalt normaler Nägel bei.

Oxidativer Stress
Eine Überbelastung mit freien Radikalen bezeichnet man als oxidativen Stress. Um oxidativen Stress zu bekämpfen, müssen genügend Antioxidantien zur Verfügung stehen. Selen ist Bestandteil mehrerer antioxidativer Enzyme und kann oxidativen Stress ausbremsen.

Paranüsse
Zwei Paranüsse am Tag reichen, um den Selenmangel zu decken. Aber Paranüsse sind extrem anfällig für Aflaxotine. Außerdem speichern Paranüsse Radioaktivität.

Referenzbereich
Der Referenzbereich gibt die optimale Versorgung mit Selen an. Dieser liegt im Serum zwischen 80 Mikrogramm pro Liter und 120 Mikrogramm pro Liter. Im Vollblut liegt er zwischen 100 Mikrogramm pro Liter und 140 Mikrogramm pro Liter.

Risikogruppen
Risikogruppen für einen niedrigen Selenspiegel sind vor allem Menschen mit lang andauernder künstlicher Ernährung. Achtsam muss man außerdem bei Dialyse, in der Stillzeit, bei Schwermetallbelastung, bei Alkoholmissbrauch, bei Krebs, bei chronischen, autoimmunen Schilddrüsenentzündungen und bei einseitiger vegetarischer und veganer Ernährung sein

Schilddrüse
Die Schilddrüse ist das selenreichste Organ im Körper und reagiert daher besonders empfindlich auf einen Selenmangel. Zum einen schützen selenabhängige Enzyme das Schilddrüsengewebe vor Eigenzerstörung. Zum anderen kann das inaktive Schilddrüsenhormon nur mit Hilfe von Selen in das aktive Hormon umgewandelt werden.

Schilddrüsenentzündung
Bei einer Schilddrüsenentzündung kann die Schilddrüse nicht mehr normal arbeiten. Eine Schilddrüsenentzündung ist entweder eine normale Schilddrüsenfunktion mit Autoantikörperbildung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Man spricht auch von einer Autoimmunthyreoiditis.

Schilddrüsenunterfunktion
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet. Man spricht auch von Hypothyreose. Eine tägliche Einnahme von Selen reduziert Antikörper und Entzündungserscheinungen und sollte als begleitende Therapie eingesetzt werden

Schilddrüsenüberfunktion
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet. Man spricht auch von Hyperthyreose. Die tägliche Seleneinnahme reduziert Entzündungen und sollte als begleitende Therapie eingesetzt werden.

Schwangerschaft
Schilddrüsenentzündungen können während einer Schwangerschaft ein Risiko für Mutter und Kind bedeuten. Die Gefahr für einen Spontanabort, für Früh-und Totgeburten sowie ein niedriges Geburtsgewicht steigt. Ein Screening des TSH-Spiegel ist sinnvoll, um entsprechend reagieren zu können.

Selen
Selen ist essentielles Spurenelement. Es muss mit der Nahrung aufgenommen werden und ist lebensnotwendig.

Selenbedarf
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene eine Aufnahme von 70 Mikrogramm Selen pro Tag. Männer nehmen mit der Nahrung im Durchschnitt lediglich 42 Mikrogramm und Frauen 30 Mikrogramm Selen zu sich.

Selengehalt in Böden
Deutschland ist – wie die meisten seiner Nachbarländer – arm an Selen. Da die Böden aufgrund erdgeschichtlicher Entwicklung wenig Selen enthalten, sind entsprechend auch die hier erzeugten Lebensmittel relativ arm an Selen. Über die Nahrung ist es daher schwierig den Selenbedarf ausreichend zu decken.

Selenmangel
Selenmangel bedeutet, dass dem Körper nicht genügend Selen zur Verfügung steht. In Deutschland ist ein Selenmangel sehr häufig. Die Deutschen sind mit 74,3 Mikrogramm pro Liter bei Männern und 73,2 Mikrogramm pro Liter bei Frauen in der Selenkonzentration im Serum unterhalb des Referenzbereiches.

Selenmethionin
Selenmethionin ist die organische Form von Selen. Sie steht dem Körper nicht komplett für die Selenproteinsynthese zur Verfügung und kann sich in schädlichen Mengen anhäufen.

Selenspiegel
Der Selenspiegel gibt den Wert der aktuellen Selenversorgung im Blut an. Vor einer Seleneinnahme sollte man immer den Selenspiegel messen.

Sepsis
Sepsis ist eine komplexe Entzündungsreaktion des Organismus auf eine Infektion durch Bakterien. Bei dieser Blutvergiftung kommt es häufig zu lebensbedrohlichen Störungen der Vitalfunktion und zum Multiorganversagen. Jeder 2. Patient mit schwerer Sepsis stirbt. Sepsispatienten haben in der Regel sehr niedrige Selenspiegel. Es gibt einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen niedrigen Selenspiegeln und einer schlechteren Überlebenschance. Eine Selentherapie wirkt sich positiv auf den Körper aus, da sie die für Sepsis typischen Entzündungen hemmt.

Spermabildung
Selen ist wichtig für eine normale Spermabildung. Das wichtigste Selenoprotein für die Spermabildung ist die Glutathionperoxidase 4. Selenoprotein P ist nötig um Selen in die Hoden zu transportieren. Bei einem Selendefizit wird das verbleibende Selen bevorzugt in das Gehirn und in die Hoden transportiert, um deren normale Funktion aufrechtzuhalten.

Toxizität
Eine giftige Dosis kann mit Produkten aus der Apotheke nicht erreicht werden. Für eine tödliche Toxizität müsste man mindestens 2500 Tabletten der höchsten Dosierung Selens einnehmen, bei 70 kg Körpergewicht.

TSH-Wert
Der TSH-Wert wird in einer Laboruntersuchung des Blutes häufig kontrolliert, da er viel über die Schilddrüsenfunktion aussagt.

Veganer
Veganer müssen besonders auf ihren Selenspiegel achten.

Vegetarier
Vegetarier müssen besonders auf ihren Selenspiegel achten.

Vitamin C
Die oft erhältliche Kombination von Vitamin C und Selen ist nicht sinnvoll, da sich dadurch die Aufnahme des Spurenelements verringert. Die beiden Antioxidantien sollten im Abstand von mindestens einer Stunde eingenommen werden.


Patientenportale – beeinflussen das Image von Arzneimitteln

Arzneimittel ohne Zuzahlung

Patientenforen: eine beliebte Plattform unter Patienten
Patientenforen bieten eine große Anlaufstelle, um sich mit vielen anderen Betroffen über Arzneimittel auszutauschen. Hier werden Wirkungen genaustens beschrieben und mögliche Neben- und Wechselwirkungen diskutiert. Oftmals treffen viele der Nutzer, die meistens Laein sind, jedoch auch Falschaussagen.

Ärzte reden nur das Nötigste mit Patienten – das bringt sie ins Netz
Jeder kennt es. Nach einem Arztbesuch hat man ein Rezept für ein Medikament in der Tasche, dass man für X-Tage so und so viel Mal am Tag einnehmen soll, damit es einem besser geht. Die wenigsten Ärzte klären darüber auf warum man genau dieses Medikamt einnehmen soll oder weisen konkret auf die Wirkungen hin. Wem die Packungsbeilage zu wenig Informationen bietet, der nimmt es selbst in die Hand und recherchiert im Internet. Es liegt in der Natur des Menschen an eine Sache motivierter ranzugehen, wenn man mehr Wissen darüber hat und die Hintergründe kennt. So ist es auch mit der Motivation zur Einnahme eines Medikaments. Würden Patienten vom Arzt besser aufgeklärt werden, könnte sich das erheblich auf den Therapieerfolg auswirken. Falsche Behauptungen und das Halbwissen, das oft in Internet-Foren kursiert, verstärken jedoch eine mangelnde medikamentöse Therapietreue.

Pharma-Unternehmen sollten das Image ihrer Präparate verfolgen
Gerade bei falschen Beschreibungen wäre es wichtig einzuschreiten und diese richtig zustellen. Das ist jedoch nicht direkt das Problem des Arztes, sondern eher der Pharma-Unternehmen. Kaum ein Arzneimittelhersteller verfolgt aber das Image seiner Präparate im Patientendialog im Netz. Bei einer Befragung von dreißig befragten Produktmanagern gab nur einer an, sich hierum sporadisch zu kümmern. Kontrolliert werden die „offiziellen Wege“, da hierfür in den meisten Fällen schon vorgefertigte Statistiken und Auswertungs-Schemata existieren.

Das Monitoring im inoffiziellen Bereich wird in Zukunft für Präparat-Positionierungen an Bedeutung gewinnen.

(Bildquelle: http://bkk-scheufelen.de/media/Bilder/Bilder%20Themen/Arzneimittel_ohne_Zuzahlung.jpg)

Lesen Sie die Packungsbeilagen von Medikamenten?

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Warum sind Packungsbeilagen wichtig?

Packungsbeilagen haben eine wesentliche Bedeutung für den Behandlungserfolg. Sie informieren über die richtige Anwendung eines Arzneimittel sowie über dessen Nutzen und Risiken. Im Zuge dessen unterstützen Beipackzettel die Sicherheit einer Arzneimitteltherapie und fördern den Therapieerfolg. Es ist entscheidend, dass das richtige Medikament, zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Dosierung eingenommen wird.

Packungsbeilagen wird oftmals zu wenig Beachtung geschenkt. Das liegt unter anderem daran, dass sie schwer verständlich geschrieben, unübersichtlich und mit medizinischen Fachbegriffen überhäuft sind. Außerdem können viele ältere Menschen die kleine Schrift nicht mehr lesen.

Warum sind Packungsbeilagen oft unverständlich?

Ein Beipackzettel muss auf der einen Seite Inhalte enthalten, die vom Arzneimittelgesetz vorgeschrieben und unbedingt erforderlich sind. Auf der anderen Seite muss er die Informationsbedürfnisse verschiedener Patientengruppen erfüllen. Beides so zu vereinbaren, dass die medizinischen Inhalte gut, leicht verständlich und übersichtlich aufbereitet werden, ist eine schwierige Herausforderung.

Diese Herausforderung mündet oft in einer schlechten Gestaltung der Packungsbeilagen und führt dazu, dass den Informationen keine Beachtung geschenkt wird oder sie nur mühsam verstanden werden. Hinsichtlich der Wichtigkeit von Gebrauchsinformationen stellt dies ein nicht zu unterschätzendes Problem dar.

Die „AG Beipackzettel“ will schlechte Packungsbeilagen beseitigen

In der AG arbeiten Mitarbeiter von Pharmaunternehmen und Vertreter von Patienten- und Seniorenorganisationen zusammen, um gute Packungsbeilagen zu erstellen. Dabei werden die bisherigen Gebrauchsinformationen von Arzneimitteln nach bestimmten Kriterien überprüft: z.B. ob eine lesbare Schrift verwendet wird, ob eine patientenverständliche Sprache benutzt wird oder ob Informationen über die Erkrankung und Wirkung des Arzneimittels vorhanden sind. Pfizer gründete 2006 diese AG und war somit auch das erste Pharmaunternehmen dessen Packungsbeilagen überprüft wurden. Seither beteiligen sich immer mehr Unternehmen, weshalb Gebrauchsinformationen von immer mehr Medikamenten verbessert werden könnrn, was den Patienten zu Gute kommt.

Neben einer redaktionellen und grafischen Verbesserung der Packungsbeilagen, verfolgt die AG auch Ziele im Dialog mit Gesundheitsbehörden. Sie steht mit Zulassungsstellen in Kontakt, arbeiten an deren Mustervorlagen, beteiligt sich an Fachkonferenzen und spricht mit Politikern. Ein wichtiger Punkt, der z.B. konkret diskutiert wird, ist inwieweit Gebrauchsinformationen auf Grund gesetzlicher Rahmenbedingungen den Patientenbedürfnissen entsprechen.

Die AG erzielt Erfolge und zeigt den Weg für die Zukunft

Die „AG Beipackzettel“ hat erste erfolgreiche Schritte gemacht, wenn es darum geht  die Interessen von Pharmaunternehmen, Patienten und gesundheitspolitischen Institutionen zu vereinbaren. Mit dem „Fairness-Initiativpreis“ wurde ihre Arbeit für leicht verständliche Beipackzettel ausgezeichnet und ihr Beitrag zu einer fairen Kommunikation zwischen Pharmaunternehmen, Ärzten, Apothekern und Patienten gewürdigt. Dieser produktive Austausch zwischen allen Beteiligten sollte weiter fortgesetzt werden und regelmäßig stattfinden, um Packungsbeilagen kontinuierlich zu verbessern und erfolgreiche Therapien und die Gesundheit von Patienten zu voranzutreiben.

(Bildquelle: http://www.druck-medien.net/uploads/tx_news/_processed_/csm_Edelmann-Packungsbeilagen_69e7a4f590.jpg)