Heuschnupfen: Mit Selen das Immunsystem stabilisieren

Ständiges Niesen, gerötete Augen oder sogar asthmatische Beschwerden – die Heuschnupfenzeit kann einem die schönste Jahreszeit im Jahr ganz schön vermiesen. Rund jeder vierte bis fünfte Erwachsene leidet an der Pollenallergie – Tendenz steigend.

Das Immunsystem spielt bei Heuschnupfen eine wichtige Rolle. Allergien können oxidativen Stress auslösen. Durch Allergien kann es zu einem massiven Ungleichgewicht zwischen TH1- und TH2-Helferzellen kommen. T-Helfer-Zellen haben eine wichtige Aufgabe in der Regulation entzündlicher Prozessen und in der Abwehr von Erregern. Die Einnahme von Selen kann dabei hilfreich sein. Das Spurenelement ist ein wichtiger Stabilisator für eine gesunde Balance des Immunsystems. Denn: Selen schützt die Zellen des Körpers vor dem entstandenem oxidativen Stress. Das Selenprotein Glutathionperoxidase gehört neben Katalase und Superoxiddismutase zu den drei „Musketieren“ der antioxidativen Abwehr. Übrigens: Sowohl ein Zink- als auch ein Selendefizit haben denselben Effekt auf die TH1/TH2-Balance.

In Deutschland sind die Böden jedoch sehr selenarm, sodass es bei vielen Menschen zu einem Selenmangel kommt. Viele bemerken es jedoch gar nicht. Selen kann der Körper nicht selber bilden, es muss über die Nahrung aufgenommen werden. Wertvolle Selenlieferanten sind vor allem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, sowie Eier, Getreide und Milchprodukte. Gerade Menschen, die sich bewusst gesund ernähren durch eine fleischreduzierte oder auch vegetarische oder vegane Ernährung, haben ein besonders hohes Risiko für einen Selenmangel. Der Selenstatus kann im Blut nachgewiesen werden. Mehr Infos zur ausreichenden Selenversorung lesen Sie hier.

Bin ich ausreichend mit Selen versorgt?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Selenzufuhr für Erwachsene von 70 Mikrogramm. Fakt ist: Die durchschnittliche Aufnahme liegt in Deutschland deutlich unter der empfohlenen Menge – bei rund 30 bis 40 Mikrogramm. Der Grund sind unsere selenarmen Böden. Und eine vermehrt fleischreduzierte oder fleischlose Ernährung wie bei Vegetariern oder Veganern. Denn rund 40 Prozent unseres Selenbedarfs decken wir über Fleisch und Meeresfisch ab. Auch Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sollten auf ihren Selenstatus achten, weil – neben Fleisch – auch Getreide ein wichtiger Selenlieferant ist.

Wie kann ich meinen Selenstatus messen?

Der Selenstatus kann über das Blut ermittelt werden. Ein Mangel an dem wertvollen Spurenelement liegt vor, wenn die Selenkonzentration geringer als 80 Mikrogramm pro Liter (µg/l) im Blutserum oder geringer als 100µg/l im Vollblut ist. Der Referenzbereich in Deutschland: 80 bis 120µl/l im Serum und 100 bis 140µg/l im Vollblut. Der Selenstatus aus dem Vollblut ist aussagekräftiger, weil dieser Wert die Langzeitversorgung darstellt. Der Wert aus dem Blutserum zeigt die aktuelle Selenversorgung. Es ist also durchaus möglich, dass im Vollblut noch ein Selenmangel nachzuweisen ist, während der Serumwert bereits einen normalen Selenstatus aufweist.

Der Blutwert kann vom Arzt bestimmt werden. Wer wissen möchte, ob ein Selenmangel vorliegt, kann aber auch einen Test bei einem externen Anbieter durchführen lassen. Seit vielen Jahren bietet beispielsweise das Servicelabor der biosyn Arzneimittel GmbH bei Stuttgart diese Möglichkeit an. Ein weiterer Anbieter ist hier zu finden. Die Selbsttests sind einfach zu händeln. Das Fachlabor teilt die Messwerte, eine Beurteilung der Ergebnisse und einen Vergleich mit den Referenzwerten mit.

Selen auf Rezept

Übrigens: Stellt der Arzt einen Selenmangel fest, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt, bekommen Patient verschreibungspflichtige selenhaltige Arzneimittel auf Kassenrezept. Voraussetzung: Die Präparate müssen mehr als 70 Mikrogramm Selen als Tagesdosis enthalten.