Selenmangel: Wer gehört zu den Risikogruppen?

Die deutschen Böden sind selenarm. Das bedeutet, dass jeder von uns tendenziell zu wenig Selen aufnimmt. Die durchschnittliche Selenaufnahme liegt in Deutschland meist deutlich unter den Empfehlungen von Ernährungsexperten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Menschen eine tägliche Selenzufuhr von 70 Mikrogramm – die tatsächliche Aufnahme liegt im Schnitt bei der Hälfte der empfohlenen Menge.

Menschen mit chronischen Erkrankungen und bestimmten Risiken haben zudem einen erhöhten Selenbedarf. Zu den Risikogruppen gehören:

  • Vegetarier und Veganer
  • schwangere Frauen und stillende Mütter
  • Diabetiker
  • Dialyse-Patienten
  • Menschen, die unter Zöliakie oder einer Gluten-Intoleranz leiden
  • Krebspatienten
  • Hashimoto- und andere Schilddrüsenerkrankte
  • Patienten, die über einen längeren Zeitraum künstlich ernährt werden
  • Menschen mit Schwermetallbelastung
  • Menschen, die unter Bulimie und Anorexie leiden
  • Menschen, die zu viel Alkohol konsumieren

Einige Erkrankungen beeinträchtigen die Selenaufnahme über den Darm wie beispielsweise Essstörungen, Zöliakie, Nierenschäden oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Dadurch ist das Risiko eines Selenmangels besonders hoch.

Ein Selenmangel liegt vor, wenn der Selenspiegel im Blutserum weniger als 80 Mikrogramm pro Liter beträgt – der Durchschnittswert der Deutschen liegt mit etwa 74 Mikrogramm pro Liter knapp darunter. Noch relevanter für den Selenstatus ist der Wert aus dem Vollblut. Dieser Wert gibt die Langzeitversorgung an.

Wie erkennt man einen Selenmangel?

Typische Anzeichen eines Selenmangels sind Müdigkeit, verringerte Leistungsfähigkeit, Haarausfall, schuppige Haut und Weißfärbung der Fingernägel.

Ein massiver Selenmangel über einen langen Zeitraum kann zur Keshan-Krankheit führen – einer schweren Herzmuskelerkrankung. Die Kaschin-Beck-Krankheit, die mit Knochendeformationen und einer Hemmung des Skelettwachstums hervorgeht, geht ebenfalls auf ein Selendefizit zurück.

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