Selen bei Lymphödemen

Nach Operationen, Unfällen oder Krebserkrankungen kann es zu Lymphödemen kommen. Arme oder Beine schwellen an, weil es zu schmerzhaften Stauungen der Lymphflüssigkeit kommt. Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems, das sich wie ein Netz durch den ganzen Körper zieht. Wird ein Lymphödem nicht richtig behandelt, kann sich das Gewebe verhärten. Die Folge: Infektionen können sich ausbreiten oder Entzündungen entstehen.

Je früher ein Lymphödem behandelt wird, desto besser die Chance, dass sich die Schwellung dauerhaft zurückbildet. Die klassischen Therapieformen sind die Lymphdrainage oder die Kompressionstherapie. Ziel der Therapie ist es, die gestaute Flüssigkeit abzuleiten, Neuansammlungen zu vermeiden, Verhärtungen zu erweichen und Entzündungen vorzubeugen.

Medikamentös lassen sich Lympödeme kaum behandeln. Einzige Ausnahme: Natriumselenit – eine anorganische Form des Spurenelements Selen, das als einzige Selenform als Arzneimittel zugelassen ist. Es verringert nachweislich die Schwellung und schützt vor bakteriellen Entzündungen der Haut. Natriumselenit verstärkt den positiven Effekt der Entstauungstherapie.

Studien zeigen, dass rund 90 Prozent der Tumorpatienten einen Mangel an Selen haben. Durch die Krebstherapie fällt der Selenspiegel meist noch weiter ab. Auch bei Lymphödem-Patienten liegt häufig ein niedriger Selenstatus vor. Wird Natriumselenit schon vor der Krebstherapie eingenommen, kann sogar einem Lymphödem vorgebeugt werden.