Mütterblog empfiehlt Selen während Schwangerschaft

Eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Selen während der Schwangerschaft ist wichtig für Mutter und Kind. Bislang ist das allerdings bei den meisten Schwangeren unbekannt. Während die Einnahme von Folsäure schon vor der Schwangerschaft bekannt und gelernt ist, wird über mögliche schwere Folgen eines Selenmangels wenig aufgeklärt.

Das Müttermagazin, eine der größten Onlineplattformen für Mütter in Deutschland, hat sich dem Thema angenommen. In seinem Beitrag „Schwangerschaftskomplikationen: Mit Selen das Risiko verringern“ wird umfangreich erläutert, welche unerwünschten Beschwerden ein Selenmangel in der Schwangerschaft hervorrufen kann. Von der Präeklampsie (auch unter „Schwangerschaftsvergiftung“ bekannt) über eine postpartale Schilddrüsenentzündung bis zum Baby-Blues.

Gerade wer sich vegetarisch oder vegan in der Schwangerschaft ernährt, hat ein höheres Risiko für ein Selendefizit. Empfohlen wird eine Supplementierung von 100 Mikrogramm mineralischem Selen, auch als Natriumselenit bekannt.

Test: Wie gut steht es um Ihre Selenversorgung?

Wussten Sie schon? Je gesünder Sie sich ernähren, desto höher ist das Risiko eines Selenmangels. Klingt etwas absurd, ist aber tatsächlich so. Das wichtige Spurenelement ist vor allem in tierischen Fetten wie im Fleisch, Meeresfisch, in Eiern oder Milchprodukten zu finden. Eine vegetarische Ernährung ist zwar gesünder, das gilt aber nicht in puncto Selenversorgung. Für die Veganer ist eine Supplementierung von Selen als Nahrungsergänzung noch bedeutender.

Wie ernähren Sie sich? Und wie gut steht es um Ihre Selenversorgung? Auf dem Seniorenportal www.feierabend.de können Sie hier testen, wie es um Ihre Selenversorgung steht. Die Erkenntnisse können überraschen.

Sie ernähren sich sehr selenarm? Von Paranüssen als veganes und sehr selenreiches Lebensmittel ist übrigens abzuraten. Die Nüsse sind anfällig für krebserregende Aflatoxine und besitzen in hohem Maß natürliche Radioaktivität. Schon der Verzehr von zwei Paranüssen pro Tag kann die radioaktive Belastung um etwa die Hälfte erhöhen.

Bei einem Mangel kann Selen auch als Nahrungsergänzung supplementiert werden. Dabei wird vor allem das mineralische Selen (Natriumselenit) empfohlen, weil es zielgerichteter in die passenden Eiweißstoffe eingebaut wird.

Kann zu viel Selen schädlich sein?

Eine dauerhafte Selenzufuhr von 300 Mikrogramm täglich gilt laut EU-Richtlinien als absolut unbedenklich. Sogar bei einer täglichen Dosis von 850 Mikrogramm des Spurenelements konnten keine Nebenwirkungen festgestellt werden. In Ausnahmefällen, wie beispielsweise bei lebensbedrohlichen Blutvergiftungen, kann der Arzt sogar auch höhere Tagesdosen verabreichen.

Trotzdem gilt: Die Dosis macht das Gift. Wie bei fast allen Substanzen kann auch das Spurenelement Selen in ganz hoher Konzentration giftig sein. Aber ab welcher Konzentration ist Selen schädlich für den Körper? Für eine akute Vergiftung müsste eine Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht mindestens 280.000 Mikrogramm Selen zu sich nehmen. Bei 100 Mikrogramm pro Tablette entspricht das 2.800 Tabletten. Die tödliche Dosis liegt bei 500.000 Mikrogramm – also 5.000 Tabletten bei gleicher Dosierung. Mit Selenpräparaten aus der Apotheke ist es also völlig unmöglich, sich mit dem Spurenlement zu vergiften.

Eine chronische Vergiftung mit Selen nennt man Selenose. Sie kann sich entwickeln, wenn man über viele Monate hinweg täglich 1.000 Mikrogramm Selen oder mehr zu sich nimmt. Die Symptome: knoblauchartiger Atemgeruch, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit und Haarausfall. Bei längerer Überdosierung können auch Veränderungen der Finger- und Fußnägel, Leberschäden und Störungen des Nervensystems auftreten.

Ein Selenmangel kann übrigens durch ein Blutbild beim Hausarzt nachgewiesen werden. Stellt der Arzt ein Defizit an dem Spurenelement fest, das sich über die Ernährung nicht beheben lässt, bekommt der Patient verschreibungspflichtige selenhaltige Arzneimittel auf Kassenrezept. Voraussetzung: Die Präparate müssen mehr als 70 Mikrogramm Selen als Tagesdosis enthalten. Es lohnt sich also, den Selenstatus testen zu lassen.

Aber wann liegt ein Selenmangel vor, der behandelt werden muss? Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) definiert alle Werte unter 80µg/l Selen im Serum bzw. unter 100µg/l Selen im Vollblut als Selenmangel. Der Referenzbereich für Selen geht im Serum von 80–120µg/l und im Vollblut von 100–140µg/l.