Adipöse Menschen: Risikogruppe für Selenmangel

Bei Menschen mit Übergewicht kann der Selenstatus niedriger sein als bei Normalgewichtigen. Adipöse Männer und Frauen zählen deshalb auch zur Risikogruppe für einen Selenmangel. Studien haben gezeigt, dass bei fettleibigen Menschen Veränderungen der Mikronährstoffversorgung nachweisbar sind. Unter anderem war der Selenspiegel niedriger als bei normalgewichtigen Personen. Ungesunde Ernährung und der damit verbundene Mangel an Vitaminen und Spurenelementen können Gründe dafür sein.Eine weitere Ursache: erhöhter oxidativer Stress. Das zeigt: Der Bedarf an dem wichtigen Spurenelement ist bei übergewichtigen Menschen höher.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress wird durch einen zu hohen Anteil freier Radikale in unserem Körper ausgelöst. Das sind Sauerstoff-Verbindungen, denen ein Elektron fehlt. Sie sind dadurch instabil und besonders reaktionsfreudig, weil sie danach streben, das fehlende Elektron zu ersetzen. Dadurch entstehen weitere freie Radikale. Diese Reaktion wird als Oxidation bezeichnet. Freie Radikale sind wichtige Bestandteile unseres Körpers und werden bei vielen Prozessen von unserem Organismus selbst gebildet wie beispielsweise bei der Zellatmung oder bei Immunreaktionen. Sie sind also nicht nur aggressiv und bösartige Substanzen, die krank machen, sondern schützen uns auch vor Krankheitserregern. Aber: Durch die Produktion der Radikalen werden auch Erreger eliminiert, sodass es zu Entzündungsprozessen kommen kann.

Antioxidantien helfen dem Organismus, die Angreifer unschädlich zu machen. Durch negative äußere Einflüsse wie Fast Food, Zigarettenrauch oder Umweltgifte kann die Produktion freier Radikale ansteigen. Und: Unsere Ernährung enthält immer weniger natürliche Antioxidantien – durch die Verarmung der Böden, den Einsatz von Pestiziden und den hohen Verarbeitungsgrad vieler Lebensmittel, aber auch durch Nährstoffverluste bei Transport und Lagerung. Die Folge ist oxidativer Stress, der das Immunsystem schwächt, Entzündungsprozesse fördert und den Körper schneller altern lässt. Oxidativer Stress kann auch das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, bestimmte Krebsarten und Diabetes erhöhen.

Selen ist ein wichtiges antioxidatives Spurenelement mit antiinflammatorischen – also entzündungshemmenden – und immunstimulierenden Eigenschaften.

Adipositas als chronische Erkrankung

Die Zahl der Menschen mit Übergewicht nimmt zu. Laut einer Erhebung der OECD aus dem Herbst 2019 ist in Deutsch­land jeder vierte Erwachsene adipös. Dabei ist der Body-Mass-Index (BMI) entscheidend für die Einordnung des Gewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Laut Welt­gesund­heits­organisation (WHO) zählt Adipositas zu den chro­nischen Erkrankungen und ist somit Risiko­faktor für Blut­hoch­druck, Diabetes aber auch für psychische Probleme.

Mütterblog empfiehlt Selen während Schwangerschaft

Eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Selen während der Schwangerschaft ist wichtig für Mutter und Kind. Bislang ist das allerdings bei den meisten Schwangeren unbekannt. Während die Einnahme von Folsäure schon vor der Schwangerschaft bekannt und gelernt ist, wird über mögliche schwere Folgen eines Selenmangels wenig aufgeklärt.

Das Müttermagazin, eine der größten Onlineplattformen für Mütter in Deutschland, hat sich dem Thema angenommen. In seinem Beitrag „Schwangerschaftskomplikationen: Mit Selen das Risiko verringern“ wird umfangreich erläutert, welche unerwünschten Beschwerden ein Selenmangel in der Schwangerschaft hervorrufen kann. Von der Präeklampsie (auch unter „Schwangerschaftsvergiftung“ bekannt) über eine postpartale Schilddrüsenentzündung bis zum Baby-Blues.

Gerade wer sich vegetarisch oder vegan in der Schwangerschaft ernährt, hat ein höheres Risiko für ein Selendefizit. Empfohlen wird eine Supplementierung von 100 Mikrogramm mineralischem Selen, auch als Natriumselenit bekannt.

Selen bei Lymphödemen

Nach Operationen, Unfällen oder Krebserkrankungen kann es zu Lymphödemen kommen. Arme oder Beine schwellen an, weil es zu schmerzhaften Stauungen der Lymphflüssigkeit kommt. Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems, das sich wie ein Netz durch den ganzen Körper zieht. Wird ein Lymphödem nicht richtig behandelt, kann sich das Gewebe verhärten. Die Folge: Infektionen können sich ausbreiten oder Entzündungen entstehen.

Je früher ein Lymphödem behandelt wird, desto besser die Chance, dass sich die Schwellung dauerhaft zurückbildet. Die klassischen Therapieformen sind die Lymphdrainage oder die Kompressionstherapie. Ziel der Therapie ist es, die gestaute Flüssigkeit abzuleiten, Neuansammlungen zu vermeiden, Verhärtungen zu erweichen und Entzündungen vorzubeugen.

Medikamentös lassen sich Lympödeme kaum behandeln. Einzige Ausnahme: Natriumselenit – eine anorganische Form des Spurenelements Selen, das als einzige Selenform als Arzneimittel zugelassen ist. Es verringert nachweislich die Schwellung und schützt vor bakteriellen Entzündungen der Haut. Natriumselenit verstärkt den positiven Effekt der Entstauungstherapie.

Studien zeigen, dass rund 90 Prozent der Tumorpatienten einen Mangel an Selen haben. Durch die Krebstherapie fällt der Selenspiegel meist noch weiter ab. Auch bei Lymphödem-Patienten liegt häufig ein niedriger Selenstatus vor. Wird Natriumselenit schon vor der Krebstherapie eingenommen, kann sogar einem Lymphödem vorgebeugt werden.

YouTube-Kanal Gesunde Männer: Schneller alt durch Selenmangel

Der YouTube-Kanal „Gesunde Männer“ berichtet in seinem aktuellen Videobeitrag ausführlich über die Wichtigkeit von Selen. Moderator Klas Bömecke fasst interessante Erkenntnisse zusammen und spricht mit dem Berliner Apotheker Nico Reinold über das essentielle Spurenelement. „Man wird einfach schneller alt“, erzählt Reinold im Gespräch mit dem Moderator.

Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Video:

Test: Wie gut steht es um Ihre Selenversorgung?

Wussten Sie schon? Je gesünder Sie sich ernähren, desto höher ist das Risiko eines Selenmangels. Klingt etwas absurd, ist aber tatsächlich so. Das wichtige Spurenelement ist vor allem in tierischen Fetten wie im Fleisch, Meeresfisch, in Eiern oder Milchprodukten zu finden. Eine vegetarische Ernährung ist zwar gesünder, das gilt aber nicht in puncto Selenversorgung. Für die Veganer ist eine Supplementierung von Selen als Nahrungsergänzung noch bedeutender.

Wie ernähren Sie sich? Und wie gut steht es um Ihre Selenversorgung? Auf dem Seniorenportal www.feierabend.de können Sie hier testen, wie es um Ihre Selenversorgung steht. Die Erkenntnisse können überraschen.

Sie ernähren sich sehr selenarm? Von Paranüssen als veganes und sehr selenreiches Lebensmittel ist übrigens abzuraten. Die Nüsse sind anfällig für krebserregende Aflatoxine und besitzen in hohem Maß natürliche Radioaktivität. Schon der Verzehr von zwei Paranüssen pro Tag kann die radioaktive Belastung um etwa die Hälfte erhöhen.

Bei einem Mangel kann Selen auch als Nahrungsergänzung supplementiert werden. Dabei wird vor allem das mineralische Selen (Natriumselenit) empfohlen, weil es zielgerichteter in die passenden Eiweißstoffe eingebaut wird.

Bestsellerautor Niko Rittenau über Wichtigkeit von Selen

Der Österreicher Nikolaus Rittenau ist veganer Koch, studierter Ernährungsberater und Bestseller-Autor des Buches „Vegan Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung“. In einem seiner aktuellen Videos auf seinem YouTube-Kanal erzählt er ausführlich über die Wichtigkeit des Spurenelements Selen.

Das Video ist nicht nur für Veganer hochinteressant, sondern für alle, die ihre Gesundheit durch eine bewusste und gesunde Ernährung erhalten oder verbessern möchten. Rittenau berichtet in seinem Video anhand von vielfältigen Studien, wie wichtig eine ausreichende Selenversorgung für den gesamten Organismus ist.

Er erzählt von den positiven Auswirkungen des Spurenelements unter anderem auf Schilddrüse, Fruchtbarkeit oder während der Schwangerschaft. Außerdem berichtet Rittenau über den Zusammenhang von einer guten Selenversorgung und einem geringeren Auftreten kanzerogener Erkrankungen – vor allem von Lungen- und Prostatakrebs. Auch auf kardiovaskulären Erkrankungen wirkt sich eine ausreichende Selenzufuhr positiv aus.

In einem weiterem Video erläutert Rittenau, warum er keine Paranüsse für seine Selenversorgung isst, obwohl die Nüsse besonders viel Selen enthalten.

Corona: Selenmangel hilft Viren

Selen ist ein wichtiges Spurenelement und spielt eine zentrale Rolle bei der Wirksamkeit der körpereigenen Abwehr. Viele Menschen leider aufgrund unserer selenarmen Böden an einem Mangel – ohne es zu wissen. In Zeiten der Coronakrise sollten wir darauf achten, dass unser Immunsystem intakt bleibt und unsere Selenzufuhr über die richtige Ernährung und Substitution von anorganischem Selen, bekannt als Natriumselenit, ausreichend ist.

Es gibt sogar Hinweise, dass bestimmte Viren – durch ein Selendefizit – erst zu gefährlichen Krankheitserregern werden. Ein Beispiel dafür ist die in China verbreitete Keshan-Erkrankung. Auslöser dieser Herzmuskelerkrankung ist das Coxsackie-Virus – ein für die Menschen eigentlich harmloser Erreger. In selenarmen Gegenden Chinas kann Selenmangel die Aggressivität dieses harmlosen Virus erhöhen und zur Keshan-Erkrankung führen. Beobachtungen zeigen, dass diese Erkrankung in Gebieten mit guter Selenversorgung selten ausbricht.

Selenmangel: Wer gehört zu den Risikogruppen?

Die deutschen Böden sind selenarm. Das bedeutet, dass jeder von uns tendenziell zu wenig Selen aufnimmt. Die durchschnittliche Selenaufnahme liegt in Deutschland meist deutlich unter den Empfehlungen von Ernährungsexperten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Menschen eine tägliche Selenzufuhr von 70 Mikrogramm – die tatsächliche Aufnahme liegt im Schnitt bei der Hälfte der empfohlenen Menge.

Menschen mit chronischen Erkrankungen und bestimmten Risiken haben zudem einen erhöhten Selenbedarf. Zu den Risikogruppen gehören:

  • Vegetarier und Veganer
  • schwangere Frauen und stillende Mütter
  • Diabetiker
  • Dialyse-Patienten
  • Menschen, die unter Zöliakie oder einer Gluten-Intoleranz leiden
  • Krebspatienten
  • Hashimoto- und andere Schilddrüsenerkrankte
  • Patienten, die über einen längeren Zeitraum künstlich ernährt werden
  • Menschen mit Schwermetallbelastung
  • Menschen, die unter Bulimie und Anorexie leiden
  • Menschen, die zu viel Alkohol konsumieren

Einige Erkrankungen beeinträchtigen die Selenaufnahme über den Darm wie beispielsweise Essstörungen, Zöliakie, Nierenschäden oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Dadurch ist das Risiko eines Selenmangels besonders hoch.

Ein Selenmangel liegt vor, wenn der Selenspiegel im Blutserum weniger als 80 Mikrogramm pro Liter beträgt – der Durchschnittswert der Deutschen liegt mit etwa 74 Mikrogramm pro Liter knapp darunter. Noch relevanter für den Selenstatus ist der Wert aus dem Vollblut. Dieser Wert gibt die Langzeitversorgung an.

Wie erkennt man einen Selenmangel?

Typische Anzeichen eines Selenmangels sind Müdigkeit, verringerte Leistungsfähigkeit, Haarausfall, schuppige Haut und Weißfärbung der Fingernägel.

Ein massiver Selenmangel über einen langen Zeitraum kann zur Keshan-Krankheit führen – einer schweren Herzmuskelerkrankung. Die Kaschin-Beck-Krankheit, die mit Knochendeformationen und einer Hemmung des Skelettwachstums hervorgeht, geht ebenfalls auf ein Selendefizit zurück.

Selen: Wichtig für Mutter und Kind in der Schwangerschaft

Die Einnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft ist für die meisten Frauen selbstverständlich. Aber wie wichtig das Spurenelement Selen für schwangere Frauen ist, ist bei vielen leider unbekannt. Dabei kann die Einnahme von Selen während der Schwangerschaft das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen verringern. Ein Studie hat gezeigt: In der Schwangerschaft kann der Selenstatus bis zu 20 Prozent sinken. Da die Selenversorgung durch die selenarmen Böden in Deutschland ohnehin zu gering ist, sollten Schwangere ihren Selenstatus über ein Blutbild testen lassen.

Welche Komplikationen kann ein Selenmangel in der Schwangerschaft hervorrufen?

Studien haben aufgezeigt, dass ein geringer Selenstatus das Risiko einer Präeklampsie und Frühgeburt erhöht. Eine Präeklampsie ist auch als „Schwangerschaftsvergiftung“ bekannt. Sie ist eine der häufigsten und schwersten Komplikationen während der Schwangerschaft. Es handelt sich hierbei um eine Bluthochdruckerkrankung. Typische Symptome: Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen und Augenflimmern, starke Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein durch Übelkeit oder Erbrechen.

Auch das Risiko nach der Entbindung an einer postpartalen Depression zu erkranken ist bei einem Selenmangel höher. Ein ausreichender Selenstatus wirkt sich außerdem positiv auf die kognitive Entwicklung des Säuglings aus.

Selen ist auch für die Schilddrüse von großer Bedeutung – gerade in der Schwangerschaft und bei familiären Vorbelastungen. Denn das Spurenelement wandelt als Teil eines Enzyms das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) in seine aktive Form, das T3 (Triiodthyronin) um. Das T3 hat eine ganz bedeutende Funktion während der Schwangerschaft: Es steuert wichtige Stoffwechselvorgänge wie das embryonale Wachstum und die Entwicklung des Gehirns. Liegt ein Selenmangel vor, steigt also auch das Risiko an einer Schilddrüsenentzündung zu erkranken.

Studien zeigen: Eine rechtzeitige Einnahme von 200 Mikrogramm Selen kann bei Schwangeren das Risiko für eine postpartale Schilddrüsenerkrankung reduzieren. Kleiner Tipp: Selen sollte als anorganisches Natriumselenit eingenommen werden, weil anorganisches Selen vom Körper sehr viel schneller und besser aufgenommen wird als organisches Selen. Und: Eine plötzlich auftretende Schilddrüsenerkrankung kann übrigens auch die Ursache für eine Wochenbett-Depression sein.

Selen bei Coronavirus

Jetzt ist das Coronavirus auch in Deutschland angekommen und es wird uns die nächsten Monate weiterhin intensiv beschäftigen. Ein wirksamer Impfstoff ist aktuell noch nicht in Sicht. Aber was kann man tun, um sich vor dem Virus zu schützen – außer sich an Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen zu halten und Menschenmengen zu meiden?

Wichtig ist vor allem, das Immunsystem zu stärken. Das Spurenelement Selen spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Wirksamkeit der körpereigenen Abwehr. Selen trägt auch zur Produktion von spezifischen Abwehrstoffen bei und unterstützt so den Organismus im Kampf gegen Viren und Bakterien.

Ein Selenmangel kann wiederum die Immunreaktion auf Viren schwächen. Auch die Ansteckungskraft von bestimmten Viren kann durch ein Selendefizit erhöht werden – dazu gehören auch die Coronaviren. Und: Ein Defizit des Spurenelements Selen in Viren kann zu Erbgutveränderungen führen, die ihre Fähigkeit steigern, in den Organismus einzudringen und sich zu vermehren. Das wurde bereits beim Influenzavirus nachgewiesen. Auch beim mit dem SARS-CoV verwandten SARS-Virus kann ein Selendefizit zu Mutationen führen, die dessen Ansteckungskraft erhöhen.

Eine Substitution von Selen – am besten als anorganisches Natriumselenit – wird von vielen Experten empfohlen. Der Shop www.nutrikontor.de bietet unter anderem anorganische Selen-Monopräparate an. Der Vorteil: Anorganisches Selen wird vom Körper sehr viel schneller und besser aufgenommen als organisches Selen, weil Natriumselenit direkt in spezifische Selenoproteine (z.B. Glutathionperoxidasen, Deiodasen) eingebaut werden kann. Organisches Selen wird dagegen als Aminosäure erkannt. Es kann nicht direkt in Selenoproteine eingebaut werden.

Was kann man noch tun, um das Immunsystem zu stärken? Sich ausgewogen und gesund ernähren, viel Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und auf Alkohol und Zigaretten möglichst verzichten. Und: Nicht zu viel Angst vor dem Corona-Virus haben. Denn auch die Psyche spielt für ein intaktes Immunsystem eine wichtige Rolle.