Forscher entwickeln Selen-Apfel

Wie wichtig und essentiell Selen für uns ist, zeigt ein aktuelles Projekt von Forschern in Osnabrück: Sie haben einen Apfel entwickelt, der zehn Mal mehr Selen enthält als der herkömmliche Apfel. Der Super-Apfel wird aktuell in den ersten Supermärkten in Osnabrück verkauft und getestet. Das Forschungsprojekt wird sogar vom Bund mit 300.000 Euro unterstützt.

Im NDR-Beitrag wird darauf hingewiesen, dass Selen essentiell für das Immunsystem ist und das Spurenelement die Schulddrüse reguliert, sowie Darmkrebs vorbeugt. Porfessor Diemo Daum von der Hochschule Osnabrück weist darauf hin, dass man pro Tag 60 bis 70 Mikrogramm Selen aufnehmen sollte. Tatsächlich aber nur rund 40 bis 50 Mikrogramm Selen täglich aufgenommen werden.

Ob sich die Super-Äpfel bundesweit durchsetzen ist fraglich. Besser ist es, Selen über Nahrungsergänzungsmittel zu substituieren.

Selen für starke Abwehr im Alter

Mit dem Alter verliert das Immunsystem seine Schlagkraft. Man spricht auch von einer Immunoseneszenz. Des bedeutet, dass die Kompetenz des Abwehrsystems mit dem Alter stetig abgebaut wird. Aus diesem Grund wird gerade älteren Menschen geraten, sich vor Grippe impfen zu lassen.

Angeborenes Immunsystem

Man unterscheidet zwischen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem. Das angeborene Immunsystem schafft es, innerhalb kürzester Zeit, Erreger zu bekämpfen. Neben Haut und Schleimhäuten sorgen Enzyme in Speichel und Tränenflüssigkeit dafür, Keime direkt abzutöten. Beispielsweise haben die kleinen Flimmerhärchen in den Atemwegen die Funktion, Fremdstoffe durch Niesen oder Husten schnell wieder herauszubefördern.

Erworbenes Immunsystem

Werden ungewünschte Eindringlinge vom angeborenen Immunsystem nicht ausgeschaltet, kommt das erworbene Immunsystem ins Spiel. Sein Vorteil: Es besitzt die Fähigkeit, sich diese Eindringlinge zu merken und beim nächsten Mal auf sie sofort zu reagieren. Hier spielen die weißen Blutkörperchen eine wichtige Rolle – die B- und T-Lymphozyten. Sie werden im Knochenmark gebildet. Auch die T-Lymphozyten sind wichtig für die Abwehr. Sie reifen im Thymus heran und sind in der Lage, ganze Zellen oder Parasiten zu zerstören. 

Selen – Booster für das Immunsystem

Das Spurenelement Selen spielt eine wichtige Rolle im Abwehrsystem. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil körpereigener Enzyme. Sie sind eine wichtige Komponente des Abwehrsystems gegen freie Radikale. Denn Selen schützt die Zellen vor oxidativem Stress.

Die Böden in Deutschland sind aber selenarm, sodass viele Menschen in Deutschland per se einen Selenmangel haben. Gerade bei abnehmender Kompetenz des Abwehrsystems mit zunehmendem Alter verbessert eine adäquate Selenversorgung sowohl die angeborene als auch die erworbene Immunabwehr. Im Umkehrschluss kann ein Selendefizit die Immunantwort schwächen.

Der Selenstatus kann über ein Blutbild ermittelt werden. Ernährungsexperten empfehlen eine tägliche Selenzufuhr von 70 Mikrogramm. Die tatsächlich aufgenommene Menge liegt im Durchschnitt jedoch nur bei 30 Mikrogramm für Frauen und 42 Mikrogramm für Männer. Eine gezielte Selenzufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel sollte aus diesem Grund unbedingt geprüft werden.

Selenmangel kann Brustkrebsrisiko erhöhen

Unsere Böden in Deutschland sind selenarm. Schon der durchschnittliche gesunde Deutsche weist häufig einen zu niedrigen Selenstatus auf. Besonders häufig tritt der Selenmangel aber bei Risikogruppen auf. Eine davon sind Patientinnen mit Brustkrebs.

Bereits in den siebziger Jahren wurde bekannt, dass ein niedriger Selenwert das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen kann. Eine neue Studie zeigt, dass der Selenstatus bei Brustkrebspatientinnen großen Einfluss auf die Prognose der Krebserkrankung hat. Die Forschungen verdeutlichen, dass die Selenkonzentrationen höher als 64,4 µg/l vor einer Behandlung des Brustkrebses sein sollten. Bei Frauen mit einem adäquaten Selenstatus lag die Überlebensrate wesentlich höher – nach fünf Jahren lag sie bei 82,5 Prozent, während sie bei Patientinnen mit einem ausgeprägten Selenmangel nur noch bei 68,1 Prozent lag.

Wie kann man den Selenstatus verbessern? Selen wird über die Nahrung aufgenommen und kommt vor allem in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Getreide, Eiern und Milchprodukten vor. Für Menschen, die sich gesund ernähren und auf tierische Produkte verzichten, wie Vegetarier oder Veganer, ist es schwer, genug Selen über die Nahrung aufzunehmen.

Paranüsse, die als Selenlieferanten sehr beliebt sind, sollten nur ganz reduziert gegessen werden, weil sie häufig das krebserregende Schimmelpilzgift Aflatoxin enthalten, das stark radioaktiv belastet ist. Der Verzehr von zwei Paranüssen am Tag erhöht schon die radioaktive Belastung. Auch Experten vom Bundesamt für Strahlenschutz empfehlen aus diesem Grund, den Selenstatus lieber durch Nahrungsergänzungsmittel zu verbessern.

Kinderwunsch: Selen schützt Spermien vor oxidativem Stress

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Paare eine große emotionale Belastung. Rund 15 Prozent der Paare, die sich Nachwuchs wünschen, sind unfruchtbar. Was viele nicht wissen: Bei mindestens 25 Prozent der Fälle liegt die Ursache beim Mann. Grund ist in 40 bis 90 Prozent der Fällen eine mangelhafte Spermienqualität aufgrund DNA-Schädigungen, die durch oxidativen Stress ausgelöst werden können.

Oxidativer Stress wird durch einen zu hohen Anteil von freien Radikalen im Körper ausgelöst. Selenhaltige Enzyme sind eine wichtige Komponente gegen freie Radikale. Ohne ausreichende Selenzufuhr können diese Enzyme ihre Funktion nicht erfüllen, was zu einem eingeschränkten oxidativen Schutz führen kann.

Zellschäden durch oxidativen Stress haben wiederum Einfluss auf die Beweglichkeit und die Zahl der Spermien. Das kann eine Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Das Spurenelement Selen kommt vor allem in Fleisch, Fisch, Eiern, Milch und Getreide vor. Der Selengehalt europäischer Böden ist niedrig, sodass es bei vielen Menschen zu einem Selenmangel kommen kann. Eine gezielte Selenzufuhr über Nahrungsergänzung kann hier sinnvoll sein und die Spermienqualität verbessern.

Aber auch eine ungesunde Lebensweise durch dauerhaften Stress, ungesunde Ernährung und regelmäßigen Konsum von Alkohol und Nikotin kann zu oxidativem Stress führen.

Grippeimpfung: Mit Selen Impferfolg verbessern

Die Tage werden wieder kürzer und kälter – die Grippezeit beginnt. Jetzt gilt es, das Immunsystem zu stärken mit viel Bewegung bei Wind und Wetter und gesunder Ernährung. Auch ist die Zeit für die Grippeimpfung gekommen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt rechtzeitig gegen Grippe zu impfen. Durch die Impfung bildet das Immunsystem Antikörper gegen die hartnäckigen Grippeviren.

Gerade ältere Menschen über 60 Jahre sollten nicht auf die Impfung verzichten. Denn: Mit dem Alter nimmt auch die Funktion des Immunsystems ab. Die Folge: Ältere Menschen sind anfälliger für grippale Infekte, Erkältungen und Influenza. Ein geschwächtes Immunsystem schwächt wiederum auch den Impferfolg.

Was kann man tun? Das Immunsystem stärken! Wichtige Vitalstoffe für das Immunsystem sind die Vitamine C, D, A, E, sowie Eisen und die Spurenelemente Zink und Selen. Gerade selenhaltige Lebensmittel unterstützen die Funktion des Immunsystems. Bei Selenmangel steigt die Belastung durch oxidativen Stress. Studien zeigen, dass es vor allem bei älteren Menschen häufig zu einem Selenmangel kommt.

Das Spurenelement kommt vor allem in Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Getreide vor. Da der Selengehalt europäischer Böden generell niedrig ist, kann eine gezielte Selenzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel hier sinnvoll sein.

Selen gegen Wochenbettdepression

Mutter zu werden ist für die meisten Frauen das größte Glück. Bei manchen Frauen kommt es nach der Entbindung aber ganz unerwartet zu einer tiefen Traurigkeit – gepaart mit großer Erschöpfung und mit Versagensängsten. Hält dieses Stimmungstief länger an, liegt möglicherweise ein Baby-Blues vor. Das Stimmungstief beginnt drei bis fünf Tage nach der Entbindung. Ein Grund dafür: die schlagartige hormonelle Umstellung. Die Schwangerschaftshormone Östrogen und Progesteron bilden sich zurück, während der Körper Prolaktin für die Milchbildung produziert.

Neben der Hormonveränderung kommt es auch häufig zu Stress durch Schlafmangel, körperliche Strapazen der Geburt und die neue Verantwortung als Mutter. In den meisten Fällen ist der Spuk der Gefühle nach spätestens zwei Wochen wieder vorbei. Hält das Stimmungstief allerdings länger als vier Wochen an, kann das ein Zeichen einer postpartalen Depression oder auch Wochenbettdepression sein.

Eine Ursache für diese Depression könnte in einer noch nicht diagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion liegen – der Hashimoto-Erkrankung (Autoimmun-Thyreoiditis). Studien weisen darauf hin, dass ein Grund für diese Erkrankung auch auf eine Unterversorgung des Spurenelements Selen zurückzuführen sein kann.

Während der Schwangerschaft ist der Selenbedarf erhöht, weil das Baby für die Entwicklung zusätzlich Selen benötigt. Die Studien zeigen, dass die Einnahme von Selen während der Schwangerschaft den Ausbruch einer Hashimoto-Erkrankung und einer Wochenenddepression häufig vorbeugen kann.

Selen als Kassenleistung

Niedrig dosierte Selenarzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit Selen müssen selbst bezahlt werden. Stellt der Arzt jedoch einen Mangel an dem Spurenelement fest, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt, bekommt der Patient verschreibungspflichtige selenhaltige Arzneimittel auf Kassenrezept. Voraussetzung: Die Präparate müssen mehr als 70 Mikrogramm Selen als Tagesdosis enthalten.

Zu niedrige Selenwerte können langfristig der Gesundheit schaden. Müdigkeit, Haarausfall, Arthritis, Muskelschwäche oder Leberfunktionsstörungen können Anzeichen von einem Mangel sein. Außerdem ist das Spurenelement für die Schilddrüse notwendig. Denn es gewährleistet eine ausgewogene Versorgung des Organismus mit Schilddrüsenhormonen.

Aber wann liegt ein Selenmangel vor, der behandelt werden muss? Der Selenstatus lässt sich über das Blut feststellen. Ein Mangel liegt vor, wenn der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte festgelegte Referenzwert unterschritten wird. Er liegt im Vollblut bei 100–140 µg/l (entspricht ca. 80–120 µg/l im Serum).

Der Blutwert wird vom Arzt bestimmt. Wer wissen möchte, ob ein Selenmangel vorliegt, kann aber auch einen Test bei einem externen Anbieter durchführen lassen. Seit vielen Jahren bietet beispielweise das Servicelabor der biosyn Arzneimittel GmbH bei Stuttgart diese Möglichkeit an. Ein weiterer Anbieter ist hier zu finden. Die Selbsttests sind einfach zu händeln. Das Fachlabor teilt die Messwerte, eine Beurteilung der Ergebnisse und einen Vergleich mit den Referenzenwerten mit.