Selen bei Lymphödemen

Nach Operationen, Unfällen oder Krebserkrankungen kann es zu Lymphödemen kommen. Arme oder Beine schwellen an, weil es zu schmerzhaften Stauungen der Lymphflüssigkeit kommt. Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems, das sich wie ein Netz durch den ganzen Körper zieht. Wird ein Lymphödem nicht richtig behandelt, kann sich das Gewebe verhärten. Die Folge: Infektionen können sich ausbreiten oder Entzündungen entstehen.

Je früher ein Lymphödem behandelt wird, desto besser die Chance, dass sich die Schwellung dauerhaft zurückbildet. Die klassischen Therapieformen sind die Lymphdrainage oder die Kompressionstherapie. Ziel der Therapie ist es, die gestaute Flüssigkeit abzuleiten, Neuansammlungen zu vermeiden, Verhärtungen zu erweichen und Entzündungen vorzubeugen.

Medikamentös lassen sich Lympödeme kaum behandeln. Einzige Ausnahme: Natriumselenit – eine anorganische Form des Spurenelements Selen, das als einzige Selenform als Arzneimittel zugelassen ist. Es verringert nachweislich die Schwellung und schützt vor bakteriellen Entzündungen der Haut. Natriumselenit verstärkt den positiven Effekt der Entstauungstherapie.

Studien zeigen, dass rund 90 Prozent der Tumorpatienten einen Mangel an Selen haben. Durch die Krebstherapie fällt der Selenspiegel meist noch weiter ab. Auch bei Lymphödem-Patienten liegt häufig ein niedriger Selenstatus vor. Wird Natriumselenit schon vor der Krebstherapie eingenommen, kann sogar einem Lymphödem vorgebeugt werden.

YouTube-Kanal Gesunde Männer: Schneller alt durch Selenmangel

Der YouTube-Kanal „Gesunde Männer“ berichtet in seinem aktuellen Videobeitrag ausführlich über die Wichtigkeit von Selen. Moderator Klas Bömecke fasst interessante Erkenntnisse zusammen und spricht mit dem Berliner Apotheker Nico Reinold über das essentielle Spurenelement. „Man wird einfach schneller alt“, erzählt Reinold im Gespräch mit dem Moderator.

Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Video:

Heuschnupfen: Mit Selen das Immunsystem stabilisieren

Ständiges Niesen, gerötete Augen oder sogar asthmatische Beschwerden – die Heuschnupfenzeit kann einem die schönste Jahreszeit im Jahr ganz schön vermiesen. Rund jeder vierte bis fünfte Erwachsene leidet an der Pollenallergie – Tendenz steigend.

Das Immunsystem spielt bei Heuschnupfen eine wichtige Rolle. Allergien können oxidativen Stress auslösen. Durch Allergien kann es zu einem massiven Ungleichgewicht zwischen TH1- und TH2-Helferzellen kommen. T-Helfer-Zellen haben eine wichtige Aufgabe in der Regulation entzündlicher Prozessen und in der Abwehr von Erregern. Die Einnahme von Selen kann dabei hilfreich sein. Das Spurenelement ist ein wichtiger Stabilisator für eine gesunde Balance des Immunsystems. Denn: Selen schützt die Zellen des Körpers vor dem entstandenem oxidativen Stress. Das Selenprotein Glutathionperoxidase gehört neben Katalase und Superoxiddismutase zu den drei „Musketieren“ der antioxidativen Abwehr. Übrigens: Sowohl ein Zink- als auch ein Selendefizit haben denselben Effekt auf die TH1/TH2-Balance.

In Deutschland sind die Böden jedoch sehr selenarm, sodass es bei vielen Menschen zu einem Selenmangel kommt. Viele bemerken es jedoch gar nicht. Selen kann der Körper nicht selber bilden, es muss über die Nahrung aufgenommen werden. Wertvolle Selenlieferanten sind vor allem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, sowie Eier, Getreide und Milchprodukte. Gerade Menschen, die sich bewusst gesund ernähren durch eine fleischreduzierte oder auch vegetarische oder vegane Ernährung, haben ein besonders hohes Risiko für einen Selenmangel. Der Selenstatus kann im Blut nachgewiesen werden. Mehr Infos zur ausreichenden Selenversorung lesen Sie hier.

Selenmangel: Wer gehört zu den Risikogruppen?

Die deutschen Böden sind selenarm. Das bedeutet, dass jeder von uns tendenziell zu wenig Selen aufnimmt. Die durchschnittliche Selenaufnahme liegt in Deutschland meist deutlich unter den Empfehlungen von Ernährungsexperten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Menschen eine tägliche Selenzufuhr von 70 Mikrogramm – die tatsächliche Aufnahme liegt im Schnitt bei der Hälfte der empfohlenen Menge.

Menschen mit chronischen Erkrankungen und bestimmten Risiken haben zudem einen erhöhten Selenbedarf. Zu den Risikogruppen gehören:

  • Vegetarier und Veganer
  • schwangere Frauen und stillende Mütter
  • Diabetiker
  • Dialyse-Patienten
  • Menschen, die unter Zöliakie oder einer Gluten-Intoleranz leiden
  • Krebspatienten
  • Hashimoto- und andere Schilddrüsenerkrankte
  • Patienten, die über einen längeren Zeitraum künstlich ernährt werden
  • Menschen mit Schwermetallbelastung
  • Menschen, die unter Bulimie und Anorexie leiden
  • Menschen, die zu viel Alkohol konsumieren

Einige Erkrankungen beeinträchtigen die Selenaufnahme über den Darm wie beispielsweise Essstörungen, Zöliakie, Nierenschäden oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Dadurch ist das Risiko eines Selenmangels besonders hoch.

Ein Selenmangel liegt vor, wenn der Selenspiegel im Blutserum weniger als 80 Mikrogramm pro Liter beträgt – der Durchschnittswert der Deutschen liegt mit etwa 74 Mikrogramm pro Liter knapp darunter. Noch relevanter für den Selenstatus ist der Wert aus dem Vollblut. Dieser Wert gibt die Langzeitversorgung an.

Wie erkennt man einen Selenmangel?

Typische Anzeichen eines Selenmangels sind Müdigkeit, verringerte Leistungsfähigkeit, Haarausfall, schuppige Haut und Weißfärbung der Fingernägel.

Ein massiver Selenmangel über einen langen Zeitraum kann zur Keshan-Krankheit führen – einer schweren Herzmuskelerkrankung. Die Kaschin-Beck-Krankheit, die mit Knochendeformationen und einer Hemmung des Skelettwachstums hervorgeht, geht ebenfalls auf ein Selendefizit zurück.